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Gezielte Bewegungsimpulse für Rücken und Gelenke

Meldung

Neue DGOU-Leitlinie gibt Orientierung bei Osteoporose-Frakturen

Laut Biermann Medizin hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) anlässlich des Weltosteoporosetages am 20.

Neue DGOU-Leitlinie gibt Orientierung bei Osteoporose-Frakturen

Oktober ihre neue S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie osteoporotischer thorakolumbaler Wirbelfrakturen“ vorgestellt. Sie enthält praxistaugliche Empfehlungen für Diagnostik und Behandlung, die vor allem verhindern sollen, dass osteoporotische Wirbelbrüche übersehen werden und chronische Schmerzen, weitere Frakturen oder Mobilitätsverluste nach sich ziehen. Für die physiotherapeutische Versorgung ist zentral: Bewegung und Physiotherapie können Bestandteil einer konservativen Behandlung sein, gehören jedoch in einen klaren Behandlungsplan. Die Leitlinie entstand unter Federführung der DGOU und der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft.

Nicht jeder Wirbelbruch muss operiert werden

Die DGOU betont, dass nicht jeder osteoporotische Wirbelbruch eine Operation erfordert, jeder Bruch aber ernst genommen werden muss. In vielen Fällen lässt sich die Versorgung konservativ gestalten. Dazu zählen laut Leitlinie eine Schmerztherapie, Bewegung, Physiotherapie und vor allem eine gezielte Behandlung der Osteoporose, mit der weitere Brüche vermieden werden sollen.

Ein operativer Eingriff kann sinnvoll werden, wenn der Bruch instabil ist oder die Beschwerden anhalten. Moderne, meist minimalinvasive Verfahren stabilisieren den Wirbelkörper und können Schmerzen deutlich lindern. Die Entscheidung wird dabei individuell anhand des Gesundheitszustands, der Aktivität und der Lebenssituation getroffen. Für Betroffene und behandelnde Therapeutinnen und Therapeuten bedeutet das: Das Ziel ist eine schnelle Rückkehr zu Beweglichkeit und Selbstständigkeit, nicht allein die Behandlung akuter Schmerzen.

Wann Rückenschmerzen im höheren Alter eine Abklärung brauchen

Besonders nach einem Sturz oder bei bekannter Osteoporose sollten neue Rückenschmerzen ärztlich abgeklärt werden. Die DGOU empfiehlt zudem, ab einem Alter von 70 Jahren eine Osteoporoseabklärung durchzuführen. Das kann helfen, einen einzelnen Wirbelbruch früh zu erkennen und eine dauerhafte Einschränkung zu verhindern.

Der begleitende Beitrag in den Mitteilungen der DGOU enthält einen Infokasten für Betroffene. Er erläutert, woran ein möglicher Wirbelbruch erkannt werden kann und welche diagnostischen Schritte folgen können. Für die Praxis heißt das: Rückenschmerz sollte im höheren Alter nicht vorschnell als Verspannung oder Belastungsfolge eingeordnet werden. Die DGOU beziffert die jährlich in Europa festgestellten gebrochenen Rückenwirbel auf etwa 400.000. Besonders häufig sind ältere Menschen betroffen.

Was Betroffene und Therapeuten jetzt im Blick behalten sollten

Die neue Leitlinie liefert vor allem eine klarere Versorgungsstruktur. Bei Verdacht auf einen osteoporotischen Wirbelbruch steht die ärztliche Diagnostik am Anfang. Wird eine Osteoporose festgestellt, empfiehlt die DGOU außerdem eine medikamentöse Therapie. Bewegung, eine kalziumreiche Ernährung und eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung nennt sie als Grundlage der Behandlung.

Für die physiotherapeutische Arbeit ist die schnelle Remobilisation ein wichtiger Bezugspunkt. Bei der Auswahl von Bewegungsmaßnahmen zählt demnach nicht nur die Schmerzreduktion, sondern auch die erhaltene beziehungsweise zurückgewonnene Beweglichkeit. Bleiben Beschwerden trotz konservativer Versorgung bestehen oder ist der Bruch instabil, sollte die interdisziplinäre Zusammenarbeit die Frage einer operativen Behandlung einschließen.

Die Zusammenfassung enthält keine konkrete Empfehlung zum Einsatz von Hippotherapie. Für die Planung entsprechender Angebote bleibt deshalb entscheidend, die individuelle Situation medizinisch abzuklären und Bewegungsfähigkeit sowie Belastbarkeit in die therapeutische Zielsetzung einzubeziehen.